Ein Rollator kommt zerkratzt beim Kunden an. Eine Bandage ist auf dem Transportweg nass geworden. Ein Pflegebett wird zurückgeschickt, weil der Rahmen beschädigt ist. Was nach Einzelfällen klingt, passiert täglich, und kostet Sanitätshäuser mehr, als die meisten ahnen.
Ein großer Teil der Beschädigungen entsteht nicht durch äußere Gewalt, sondern durch falsche Verpackung. Und jede beschädigte Sendung bedeutet nicht nur Ärger, sondern auch Geld: Nachlieferungen, Rücksendungen, administrative Rückfragen, im schlimmsten Fall Haftungsfälle. Das sind vermeidbare Kosten, die im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld umso schwerer wiegen.
Was eine falsche Verpackung wirklich kostet
Die Rechnung ist einfach: Eine einzige Nachlieferung kann schnell dreistellige Kosten verursachen. Fahrtkosten, neues Material, Arbeitszeit für die Abwicklung, dazu der Imageschaden, wenn der Kundenservice nicht hält, was er verspricht. Bei sperrigen Sendungen wie Pflegebetten oder Elektrorollstühlen potenzieren sich diese Kosten noch.
Dazu kommt der Zeitaufwand. Jede Reklamation bindet Mitarbeitende, die an anderer Stelle fehlen. In einer Branche, die ohnehin mit Personalmangel kämpft, ist das ein Luxus, den sich kaum ein Sanitätshaus leisten kann.
Plus: Die oben bereits erwähnte Haftung. Wenn Sie unsachgemäß verpacken, riskieren Sie im Schadensfall den gesamten Versicherungsschutz. Die Transportversicherung zahlt nur, wenn die Verpackung den Anforderungen genügt hat. Im Zweifel bleiben Sie auf dem Schaden sitzen – und das fällt bei hochpreisiger Technik ordentlich ins Gewicht.
Die häufigsten Fehler: Diese Grundregeln sollten Sie kennen
Als Logistiker kennen wir die Klassiker:
· zu wenig Polstermaterial bei zerbrechlichen Teilen
· keine Kantenschoner bei sperrigen Sendungen
· mangelnder Schutz vor Feuchtigkeit
· Gefahrstoffe wie Lithium-Ionen-Akkus, die ohne Kennzeichnung verschickt werden.
Diese Fehler sind vermeidbar. Ein paar Grundregeln reichen aus, um das Risiko deutlich zu senken:
Bei sperrigen oder schweren Sendungen gilt: Die Verpackung muss das Gewicht aushalten, ohne nachzugeben. Kanten sollten geschützt werden, damit nichts einreißt oder verkratzt. Die Ladung muss so gesichert sein, dass sie sich nicht bewegt. Dann kann ihr auch eine Vollbremsung des Lieferfahrzeugs nichts ausmachen.
Bei zerbrechlichen Sendungen braucht es ausreichend Polstermaterial auf allen Seiten. Nicht nur unten, auch oben und an den Seiten. Sparen Sie nicht am falschen Ende, sondern nutzen Sie hochwertiges Material wie Luftpolsterfolie. Bei besonders empfindlichen Produkten lohnt sich eine doppelte Verpackung: erst polstern, dann in einen stabilen Außenkarton.
Bei Gefahrstoffen wie Lithium-Ionen-Akkus gelten spezielle Vorschriften. Falsche Kennzeichnung oder fehlende Dokumente können nicht nur zu Beschädigungen führen, sondern auch zu rechtlichen Konsequenzen. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie lieber nach (uns zum Beispiel).
Der praktische Helfer: Unser Benutzerhandbuch
Genau für diese Fragen haben wir unser Benutzerhandbuch geschrieben. Es zeigt an konkreten Beispielen, wie typische Schäden entstehen und wie man sie von vornherein vermeidet. Von der richtigen Wahl des Kartons über Polstermaterialien bis hin zur korrekten Kennzeichnung von Gefahrstoffen.
Bei der Erstellung war uns der Praxisbezug besonders wichtig. Jede Empfehlung basiert auf Schäden, die wir in Jahren der Zusammenarbeit mit unseren Kunden gesehen haben. Machen Sie sich dieses Praxiswissen gern zum Nutzen und laden es sich gleich herunter:
Im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld zählt jeder Euro. Eine gute Verpackung ist eine der günstigsten Versicherungen, die Sie abschließen können. Etwas mehr Sorgfalt und Sie sparen im schlimmsten Fall vierstellige Summen. Dazu kommt ein weiterer Effekt: Kund:innen merken den Unterschied. Eine Sendung, die sorgfältig verpackt ankommt, signalisiert Wertschätzung.
Weniger Nachlieferungen, weniger Reklamationen, weniger Haftungsfälle. Mehr Zeit für das, was wirklich zählt – die Beratung und Versorgung der Kund:innen.