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Von A nach B: Wie läuft der Weg einer Sendung vom Absender zum Empfänger?

Sie geben ein Paket auf, und ein paar Tage später wird es dem Empfänger übergeben. Dazwischen liegen, je nach Strecke, einige hundert Kilometer, mehrere Umschlagplätze, Förderanlagen, Lkw und jede Menge Datenverarbeitung. Was genau mit der Sendung passiert, nachdem sie Ihr Sanitätshaus verlassen hat, bekommt man als Absender oder Empfänger allerdings kaum mit.

Dabei ist der Weg eines Pakets ziemlich spannend. Denn damit aus einem Karton im Sanitätshaus eine erfolgreiche Zustellung wird, müssen viele einzelne Schritte ineinandergreifen.

Wir nehmen Sie einmal mit auf die Reise.

Phase 1: Der Vorlauf

Erst einmal raus aus dem Sanitätshaus

Am Anfang steht etwas ganz Unspektakuläres: ein fertiges Paket. Es ist verpackt, mit einem Versandlabel versehen und wird vom Logistikdienstleister abgeholt oder vom Absender an einer Annahmestelle übergeben.

Auf dem Versandlabel steht allerdings weit mehr als nur die Empfängeradresse. Der maschinenlesbare Code gibt der Sendung eine eindeutige Identität. Wird das Paket erstmals erfasst, werden die Sendungsinformationen mit dem weiteren Transportprozess verknüpft.

Von hier an reist das Paket also gewissermaßen zweigleisig: physisch im Karton und digital als Datensatz.

Wo genau es als Nächstes hingeht, hängt vom jeweiligen Logistiknetz ab. Die großen Paketdienste organisieren ihre Netze etwas unterschiedlich und verwenden auch unterschiedliche Bezeichnungen. Bei DHL geht es beispielsweise über Paketzentren und Zustellbasen, Hermes spricht unter anderem von Logistikzentren, Verteilzentren und Zustellbasen. Das Prinzip dahinter ist jedoch vergleichbar: Sendungen werden gebündelt, sortiert, über größere Entfernungen transportiert und in der Zielregion immer weiter aufgeteilt.

Und damit sind wir schon bei der nächsten Station.

Phase 2: Die Sortierung

Hier übernimmt die Technik

Im Paketzentrum wird nicht einfach alles auf einen Haufen gelegt und anschließend wieder auseinandersortiert. Das wäre bei den heutigen Mengen auch ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen.

Stattdessen laufen die Sendungen über automatisierte Förder- und Sortieranlagen. Scanner erfassen die maschinenlesbaren Informationen auf dem Paket, das System kennt das Ziel und die Sortiertechnik leitet die Sendung auf den entsprechenden Weg.

Wie schnell das gehen kann, zeigt ein Blick auf die Technik von Hermes. Das Unternehmen hat mit ELISA ein eigenes zentrales System für seine Sortieranlagen entwickelt. Laut Hermes kann ELISA einen Barcode innerhalb von rund 100 Millisekunden auswerten und das Paket dem richtigen Weg zuordnen. Dabei werden nicht nur die reinen Barcodeinformationen berücksichtigt: Auch Eigenschaften der Sendung, beispielsweise eine Terminzustellung, eine Umleitung oder eine besondere Behandlung, können in die Sortierentscheidung einfließen.

100 Millisekunden. Viel Zeit bleibt der Maschine also nicht zum Nachdenken.

Bei DHL zeigt sich die Größenordnung ebenfalls eindrucksvoll. Das Hamburger Paketzentrum in Allermöhe kann nach seiner Erweiterung bis zu 52.000 Sendungen pro Stunde bearbeiten. Dafür wurde unter anderem eine 96 Meter lange Förderbrücke zwischen zwei Sortierhallen gebaut. Über sie können pro Richtung rund 6.000 Sendungen pro Stunde automatisch zwischen den Hallen bewegt werden. Beeindruckende Dimensionen, oder?

Das Paket wird dabei nicht ständig von Menschen in die Hand genommen. Fördertechnik und Sortieranlagen übernehmen einen großen Teil der Arbeit.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Sendung mitspielt: Das Label muss lesbar sein, die relevanten Informationen müssen eindeutig zugeordnet werden können und das Paket muss sich für die automatisierte Verarbeitung eignen.

Für den Moment nehmen wir an: Alles läuft nach Plan. Unser Paket ist sortiert und bereit für die nächste Etappe.

Phase 3: Der Hauptlauf

Jetzt wird Strecke gemacht

Nun wird aus vielen einzelnen Sendungen ein großer Transportstrom.

Die Pakete, die in dieselbe Richtung müssen, werden gebündelt und über das jeweilige Logistiknetz weitertransportiert. Je nach Dienstleister, Entfernung und Relation kommen dabei unterschiedliche Verkehrsträger und Transportkonzepte zum Einsatz.

Der entscheidende Punkt: Ein Lkw fährt nicht los, weil unser einzelnes Paket von Hamburg nach München möchte. Er fährt, weil sehr viele Sendungen gemeinsam in diese Richtung müssen.

Darin liegt die Stärke eines professionellen Logistiknetzes. Einzelne Sendungen werden an den Umschlagpunkten immer wieder gebündelt und neu verteilt. Aus vielen kleinen Transportaufträgen entsteht ein System, das große Mengen effizient über große Entfernungen bewegen kann.

Während im Sanitätshaus längst Feierabend ist, wird also weiter sortiert, verladen und transportiert. In der Logistik ist noch lange nicht Schluss.

Phase 4: Das Ziel-Paketzentrum

Aus der Region wird ein Zustellbezirk

Irgendwann erreicht Ihr Paket die Zielregion.

Dort wird wieder sortiert. Jetzt geht es allerdings nicht mehr darum, das Paket auf den richtigen Ferntransport zu schicken. Die Reise wird konkreter: Welche Zustellbasis ist zuständig? In welchem Gebiet liegt die Empfängeradresse?

Bei DHL beispielsweise gelangt die Sendung aus dem Ziel-Paketzentrum über die Sortieranlage automatisch in die für die Empfängeradresse zuständige Zustellbasis.

Auch bei Hermes führt der Weg vom Verteilzentrum in die regionale Zustellbasis. Von dort aus geht es auf die letzte Strecke zum Empfänger. Unser Paket ist seinem Ziel also schon ziemlich nahe.

Phase 5: Der Nachlauf

Jetzt wird es lokal

In der Zustellbasis ändert sich die Perspektive noch einmal.

Bisher ging es um große Transportströme und weite Entfernungen. Jetzt geht es um einzelne Straßen, Zustellbezirke und Touren.

Die Sendungen werden entsprechend sortiert und für die jeweiligen Zustellfahrzeuge vorbereitet. Bei DHL wird das Paket nach der Sortierung in der Zustellbasis in das Fahrzeug des Zustellers geladen. In der Regel beginnt damit die letzte Etappe am selben Tag.

Und jetzt wird aus einer Nummer im Logistiksystem wieder ein physisches Paket, das kurz vor der Auslieferung steht. Ein paar Straßen, einige Hausnummern und ein Klingeln später ist die Reise beendet.

Ein Meisterwerk der Technik

Für den Absender beginnt die Reise mit einem Karton, für den Empfänger endet sie mit einer Übergabe. Dazwischen steckt ein erstaunlich präzises Zusammenspiel aus physischer Infrastruktur und digitaler Steuerung.

Das Paket wird erfasst, sortiert, gebündelt, transportiert, wieder sortiert und schließlich einer konkreten Zustelltour zugeordnet. An jeder Station müssen die Informationen stimmen und die Prozesse ineinandergreifen. Und das alles passiert nicht für ein paar hundert Sendungen am Tag, sondern für Millionen.

Für Sanitätshäuser ist dieser Blick hinter die Kulissen durchaus relevant. Denn auch in der Hilfsmittelversorgung reicht das Spektrum vom kleinen Zubehörteil bis zum großen oder besonders empfindlichen Hilfsmittel. Nicht jede Sendung stellt die Logistik vor dieselben Anforderungen.

Und was passiert, wenn ein Paket einmal nicht so problemlos durch die Sortieranlage läuft wie unser Beispiel? Das ist dann tatsächlich eine andere Geschichte. Die erzählen wir bald!

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