Der Softwareanbieter Scandit hat eine Umfrage unter mehr als 1.200 Zustellern in der Kurier-, Express- und Paketbranche durchgeführt, um zu ermitteln, wie sich ihre Aufgaben und ihre Belastung in den vergangenen Jahren verändert haben. Der Bericht „Global Delivery Insight – Driver Views from the Last Mile” beinhaltet zahlreiche interessante Einblicke. Die wichtigsten haben wir für Sie zusammengefasst:
- 71 % der Fahrer und Fahrerinnen sagen, dass die Menge der Lieferungen in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. Im weltweiten Durchschnitt stellen sie alle sechseinhalb Minuten ein Paket beziehungsweise neun Pakete pro Stunde zu, in Deutschland sogar noch mehr.
- 66 % geben an, dass von ihnen erwartet wird, schneller zu arbeiten. Die gleiche Anzahl sagt, dass neue Aufgaben hinzugekommen sind. Dazu gehören eine größere Bandbreite an Zustellarten, mehr Anlaufstellen wie Paketboxen und Geschäfte sowie mehr administrative Aufgaben wie die Kontrolle von Altersnachweisen oder die Dokumentation einer abgelegten Sendung per Foto.
- 50 % spüren, dass sich der Personalmangel in den vergangenen fünf Jahren vergrößert hat. In Deutschland stellen das sogar 58 % fest.
- 37 % gehen noch einer anderen Tätigkeit nach. 7 % haben sogar zwei oder mehr Nebenjobs, einige sogar bis zu sieben.
- 29 % derjenigen, die einen Nebenjob haben, üben diesen in einer Verwaltung aus. 23 % arbeiten nebenbei in der Kreativ- oder IT-Branche, 18 % in Handwerksberufen wie Klempner oder im Baugewerbe.
- 67 % haben ihren Job in den letzten zwei Jahren gewechselt. 68 % davon allerdings innerhalb der Branche – sie haben nur das Lieferunternehmen gewechselt.
- 81 % der deutschen Zusteller sind dennoch zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und würden ihn weiterempfehlen. Die wichtigsten Kriterien lauten
- Gehalt und allgemeine Arbeitsbedingungen sowie flexible Arbeitszeiten (jeweils 41 %)
- Benefits (37 %)
- Work-Life-Balance (32 %)
Fazit:
Trotz hoher Fluktuation und Belastung ist die Zustellbranche für die Arbeitskräfte offensichtlich attraktiv. Dennoch scheint das Gehalt nicht ausreichend zu sein, wenn nahezu ein Drittel nebenbei noch andere Tätigkeiten ausübt.
Dabei sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass die Arbeit bei Paketdienstleistern ein Knochenjob ist. Hierzulande sind 11 Zustellungen pro Stunde keine Seltenheit – das macht keine sechs Minuten pro Empfänger.
Was können wir tun, um unseren Zustellern ihre Arbeit zu erleichtern?
Nun, auch das deckt die Umfrage ab:
- 46 % macht es Freude, die glücklichen Gesichter bei der Sendungszustellung zu sehen
- Für jeweils 28 % sind schlechtgelaunte, frustrierte Empfänger und schwer zugängliche Adressen der größte Stressfaktor.
Insofern: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Behandeln wir unsere Zusteller so, wie auch wir behandelt werden möchten.
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Foto: © Pixabay | TerbiPics