Im Dezember 2022 hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG (DB) seinem Vorstand den Auftrag erteilt, einen möglichen Verkauf von bis zu 100 Prozent der Anteile von DB Schenker zu prüfen und vorzubereiten. Hintergrund ist die Konzern-Strategie der Verlagerung von mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene im Personen- und Güterverkehr. Der Teil der Verkaufserlöse, der nicht zur Entschuldung genutzt wird, soll so auch in den Ausbau der Schienen-Infrastruktur in Deutschland fließen.
Nur kurz nach Bekanntgabe der Verkaufsabsichten meldete sich sogleich die Deutsche Post DHL zu Wort – bevor ein Konkurrent wie Maersk oder der dänische Spediteur DSV zulangt. Wenn es DHL gelingt, sich den Deal zu sichern, entsteht hier eine regelrechte Supermacht mit Weltmarktführer-Charakter. Ganz sicher etwas, wo auch das Kartellamt ins Spiel kommt.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hält den Zeitpunkt für einen Verkauf von DB Schenker auf jeden Fall für genau richtig, wie er im Januar der Deutschen Verkehrs-Zeitung sagte. An dieser Stelle betonte er allerdings auch, dass man mit dem Verkauf nicht unter Druck stehe.
Nun, wer die Geschichte von DB Schenker verfolgt, weiß, dass das Verkaufsgerücht seit 2002 immer wieder im Raum steht. Also seid die DB den führenden Logistikunternehmer von der Stinnes AG kaufte. Hoffen wir, dass eine gute Lösung gefunden wird. Immerhin arbeiten bei DB Schenker rund 76.100 Beschäftigten an über 1.850 Standorten in mehr als 130 Ländern. Und ganz ehrlich: Würde doch super zur Deutschen Post passen, oder?
Think Big: Ob in Deutschland jetzt etwas ganz, ganz Großes in der Logistik entsteht? Wer zuletzt lacht, lacht am besten!
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