Sehr geehrte Damen und Herren,
Deutschland hat gewählt. Das Ergebnis wollen wir nicht kommentieren, wohl aber unsere Hoffnung ausdrücken, dass der Neustart nach dem Ampel-Aus wirklich einer wird.
Wichtig ist nun eine rasche Koalitionsbildung. Das finden auch die Verbände: Sowohl das Bündnis Wir versorgen Deutschland als auch eurocom haben sich kurz nach den Wahlen zu Wort gemeldet und die Wichtigkeit betont, dass die Gesundheitsversorgung einen Platz ganz weit oben auf der politischen Agenda findet.
eurocom geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert ein 100-Tage-Programm, in dem die neue Bundesregierung die liegengebliebenen Herausforderungen im Gesundheitswesen und in der Hilfsmittelversorgung angehen muss. Drücken wir die Daumen, dass es schnell voran geht!
Eine Wahl, über die wir uns als TCLOG besonders freuen, ist die der Alber GmbH. Der führende Hersteller von Mobilitätshilfen wird mit uns zukünftig im Servicebereich kooperieren. Alber-Kunden profitieren dabei von unseren auf die Produkte und Serviceleistungen zugeschnittenen Transportlösungen, Formulare und Dokumente sowie unsere Unterstützung beim Einhalten der Vorschriften, die bei Gefahrgut erforderlich sind. Sie sehen: Wir sind offen für Partnerschaften. Wenn auch Sie Interesse an einer individuellen Kooperation haben, schreiben Sie mir gern.
Bei diesem Thema haben Sie die Wahl – oder sogar die Wahl zur Einwahl: Passend zu unserer Meldung im letzten Newsletter zur Retaxierung bei Fehlverhalten im Hilfsmittelbereich und wie leicht sie passieren kann, bietet die MTD am 11. März ein wichtiges Webinar an.
Unter dem Titel „Regresse der Krankenkasse gegen Hilfsmittel-Leistungserbringer – Was tun?“ geben die Rechtsanwälte Jörg Hackstein und Dr. Bastian Reuterkonkrete Hinweise zur Kommunikation gegenüber Krankenkassen.
Die Teilnahme ist kostenpflichtig, aber wie wir alle wissen, spart es viel Geld, gut informiert handeln zu können. Hier erfahren Sie mehr dazu und können sich direkt anmelden.
Genießen Sie den Frühlingsanfang.
Herzliche Grüße
Ihr TCLOGistiker
Peter Bergfeld
TCLOG informiert: Sanitätswarenmarkt wächst weiter

Der demografische Wandel treibt das Wachstum im Sanitätswarenmarkt voran. Eine aktuelle Studie des IFH Köln zeigt: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland hat sich seit 2015 nahezu verdoppelt, was den Markt nachhaltig beeinflusst. Wir fassen die wichtigsten Fakten für Sie zusammen. Wenn Sie Interesse an dem gesamten Report haben, können Sie ihn im Shop des Instituts käuflich erwerben.
Marktentwicklung
- Der Sanitätswarenmarkt wächst 2024 voraussichtlich um 6,2 % und erreicht ein Umsatzvolumen von 25 Milliarden Euro.
- Besonders der Sanitätswarenhandel dominiert mit einem Marktanteil von 36,1 % und verzeichnete in den letzten acht Jahren ein Wachstum von 13,1 Prozentpunkten.
Veränderungen in den Teilmärkten
- Die größten Segmente sind Sanitätswarenhandel (36,1 %), Reha-Produkte (16,6 %) und Orthopädie-Handel (16,6 %).
- Das Care-Segment (z. B. Inkontinenzhilfen) verliert Marktanteile: ein Rückgang um 8,4 Prozentpunkte.
Vertriebswege im Wandel
- Der Sanitätsfachhandel (47,7 %) und das Orthopädietechnik Handwerk (20,9 %) bleiben die führenden Kanäle.
- Drogeriemärkte gewinnen Marktanteile (+1,2 Prozentpunkte) und machen nun 4,9 % des Vertriebs aus.
- Sie erweitern ihr Sortiment um Gesundheitsprodukte wie Blutdruckmessgeräte und Bandagen und treten damit in Konkurrenz zu traditionellen Fachhändlern.
Der Markt für Sanitätswaren bleibt dynamisch und bietet neue Chancen – insbesondere für Unternehmen, die sich strategisch auf die veränderten Bedürfnisse einstellen.
TCLOGische Zahl(en) des Monats

6 Milliarden Euro wird der Fehlbetrag dergesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für 2024 voraussichtlich betragen. Das ist ein neuer Höchststand. 2023 lag das Minus bei 1,9 Milliarden Euro.
Den Löwenanteil machen die Ersatzkassen aus, hier liegen die Schulden bei 2,5 Milliarden. Das liegt aber auch daran, dass sie die größte Kassenart in der GKV sind. Bei den Betriebskrankenkassen (BKK) liegt der Fehlbetrag bei 1,4 Milliarden, bei den Innungskrankenkassen bei rund 665 Millionen Euro.
TCLOG fragt: GKV in der Krise – wie sieht die Zukunft der Krankenversicherung aus?

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) steht vor einer großen Herausforderung: Steigende Gesundheitsausgaben und politische Versäumnisse treiben die Defizite weiter nach oben. Zwar sind rund 74 Millionen Menschen gesetzlich versichert, doch die Finanzierungsbasis bröckelt. Ein Beispiel: Die Kassen erhalten für Bürgergeldempfänger nur etwa ein Drittel der tatsächlichen Kosten vom Staat erstattet – die restlichen zwei Drittel tragen Beitragszahler und Arbeitgeber. Auch ein notwendiger dynamisierter Steuerzuschuss bleibt bisher aus. Die Folge? Weiter steigende Zusatzbeiträge.
Höhere Beiträge als einzige Lösung?
Die tun weh. Und tatsächlich darf „Im Zweifel mit Beitragsgeldern“ nicht die Antwort auf die Frage sein, wie sich die Finanzierung von Gesundheit zukunftssicher gestalten lässt. Selbst die bislang günstigste Krankenkasse, die BKK Firmus, hat bereits die zweite Erhöhung des Zusatzbeitrags angekündigt. Auch Arbeitgeber spüren die Belastung, da sie die Sozialversicherungskosten zur Hälfte mittragen. Und das ist nur eine Seite der Medaille:
Der Vorstand der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, warnt bereits vor Insolvenzen im Kassenbereich und befürchtet einen Domino-Effekt. Wenn ein halbes Dutzend Krankenkassen mit deutlich über einer Million Versicherten in die Zahlungsunfähigkeit rutsche, könne das gesamte System in Gefahr geraten. „Es gibt fast keinen Spielraum mehr. Wenn sich die Lage weiter verschlechtert, ist ein Teil der Kassenlandschaft am Rande der Insolvenz“.
Die Versicherten sind zwar gesetzlich abgesichert und werden im Notfall einer anderen Kasse zugewiesen, doch Fusionen und Insolvenzen könnten dennoch Arbeitsplätze gefährden.
Strukturreform statt Entökonomisierung?
Während (Noch-)Gesundheitsminister Karl Lauterbach über eine „Entökonomisierung“ im Gesundheitswesen spricht, fordern andere Stimmen eine effizientere Mittelverwendung. Die Kassen selbst sehen ein Ausgaben-, nicht ein Einnahmeproblem.
- Anne-Kathrin Klemm (BKK Dachverband): „Die GKV braucht dringend einen Reboot. Es geht nicht um Leistungskürzungen, sondern um eine faire und verfassungskonforme Finanzierung. Die Beitragszahler sollten nicht für gesamtgesellschaftliche Aufgaben aufkommen. Zudem müssen ineffiziente Strukturen abgebaut und finanzielle Anreize für Mengenausweitung statt Qualität beseitigt werden.“
- Sabrina Jacob (TK Niedersachsen): „Die Kosten dürfen nicht weiter aus dem Ruder laufen. Wir brauchen nachhaltige Strukturen, eine faire Finanzierung und eine echte Reform. Das Wirtschaftlichkeitsgebot muss wieder stärker berücksichtigt werden – nicht als Selbstzweck, sondern für eine langfristige Sicherung der GKV und eine bessere Versorgung der Versicherten.“
Was sind die Lösungswege?
Die große Frage bleibt: Wie lässt sich die GKV langfristig stabilisieren? Kritiker sehen kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem. Eine effizientere Mittelverwendung könnte helfen, etwa durch den Abbau von Doppelstrukturen oder gezieltere Steuerzuschüsse. Oder eben auch Steuersenkungen – ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz könnte die Kosten für Arzneimittel und Hilfsmittel senken. Zudem müssen die eingangs erwähnten politischen Versprechen eingelöst werden.
Doch auch strukturelle Veränderungen stehen im Raum: Ist die Vielzahl der Krankenkassen noch zeitgemäß? Während es 1970 noch 1.815 Kassen gab, sind es heute (zumeist aufgrund von Fusionen) nur noch 94 – und dennoch scheint die Verwaltung aufwendig und teuer. Oder sollte der Kreis der Beitragszahler erweitert werden, etwa durch eine Einbindung von Beamten in die GKV?
Fest steht: Ohne Reformen wird die Belastung für Versicherte und Arbeitgeber weiter steigen. Welche Maßnahmen sind Ihrer Meinung sinnvoll, um die GKV für Versicherte, Leistungserbringer und Kassen wieder auf Vordermann zu bringen?
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Portrait: Inga Sommer Fotografie
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