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Newsletter: April 2025

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute möchten wir mal wieder ein Fundstück mit Ihnen teilen. Das Gewebeband Leukoplast dürfte uns allen bekannt sein. Immerhin gehört es zu den Artikeln, deren Markenname zugleich der Name einer ganzen Produktgattung wurde (wie Tesa; zufällig haben beide Klebebänder ihren Ursprung bei der Hamburger Firma Beiersdorf). 

Für ebendieses Leukoplast hat die Werbeagentur Publicis kürzlich eine Werbekampagne entwickelt, die das Thema Heilung sehr berührend behandelt und sich daher stark von anderen medizinischen Werbungen unterscheidet. Gezeigt werden sechs Menschen auf ihrem individuellen Genesungsweg. 

Dabei wird klar: Heilung ist nicht nur ein physischer, sondern auch ein psychischer Prozess. „Wir zeigen die ungefilterte Realität der Genesung – die Rückschläge, die kleinen Erfolge und die emotionale Belastung, die damit einhergeht“, beschreibt Noel Bunting von Publicis London. 

Der Kampagnentitel „Underserved“ steht für sich: Niemand hat es verdient, eine Krankheit oder Verletzung zu erleiden. Doch jeder soll die gleiche Chance auf Heilung haben. Um so wichtiger, alle Faktoren, die das Gesundwerden beeinflussen, gleich ernst zu nehmen. Unter anderem auch die gute Unterstützung durch das Sanitätshaus. Schauen Sie mal rein. 

Gehen wir jetzt über zu den Inhalten unseres heutigen Newsletters. Darin greifen wir zum einen unser Thema aus dem März noch einmal auf: Die desaströse Lage der gesetzlichen Krankenkassen. Zufälligerweise sind nämlich nach unserem Versand so einige weitere, sehr unterschiedliche Meldungen dazu in der Presse gelaufen. Diese schauen wir uns noch einmal genauer an. 

Zum anderen geht es um das Thema Künstliche Intelligenz – daran werden wir in Zukunft nicht vorbeikommen. Dennoch ist die Anwendung für noch schwer greifbar. Um dem abzuhelfen, warten wir heute mit ein paar konkreten Beispielen auf. 

Ich wünsche Ihnen eine inspirierende Lektüre. 

Herzliche Grüße

Ihr TCLOGistiker
Peter Bergfeld

TCLOG informiert: Wege aus der Krankenkassen-Krise 

Das Thema brennt unter den Nägeln – das sehen wir nicht nur an Ihren Reaktionen auf unseren letzten Newsletter, sondern auch an der Berichterstattung, die seither in den deutschen Medien erschienen ist. Was daran auffällt: DEN goldenen Weg scheint es nicht zu geben. Selbst aus den Kassen selbst kommen unterschiedliche Ansätze angesichts der steigenden Beiträge und der finanziellen Krise der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zwei möchten wir Ihnen genauer vorstellen. 

Im Interview mit der Berliner Zeitung fordert Ralf Hermes, Vorstand der IKK Innovationskasse, mehrere drastische Maßnahmen:

  • Eine „Sofortbremsung“, bei der sämtliche Ausgaben der GKV eingefroren werden sollen, um die Kosten vorerst nicht weiter steigen zu lassen.
  • Eine Verdopplung der Zuzahlungen der Versicherten für bestimmte Leistungen, wie z.B. Arzneimittel, auf maximal 20 Euro.
  • Die Wiedereinführung einer Praxisgebühr von maximal 30 Euro pro Quartal, um den Zugang zu Fachärzten zu steuern und die Einnahmen der Kassen zu erhöhen.
  • Eine Steigerung von zehn auf 20 Euro je 28 Kalendertage innerhalb eines Jahres bei der Zuzahlung bei stationären Behandlungen in einem Krankenhaus
  • Die Begrenzung der Bezugsdauer von Krankengeld auf ein Jahr innerhalb von drei Jahren und die Einführung von drei unbezahlten Karenztagen pro Kalenderjahr.
  • Die Einführung einer Teil-Arbeitsunfähigkeit – mit einem Infekt könne man durchaus ein paar Stunden im Homeoffice arbeiten.  

TK-Chef Jens Baas äußert seine Forderungen ziemlich zeitgleich im Interview mit Focus Money so:

  • Staatliche Finanzierung statt Kassenbelastung
    • Die Kosten für Bürgergeldempfänger müssen vollständig vom Staat übernommen werden, nicht von den Krankenkassen.
    • Die geplante Krankenhausreform darf nicht auf Kosten der gesetzlich Versicherten gehen, sondern ist Ländersache.
  • Fairere Verteilung der Gesundheitskosten
    • Kassenbeiträge könnten durch eine stärkere Einbeziehung von Kapitaleinkünften entlastet werden.
    • Verschwendung und Doppelbehandlungen durch bessere Verzahnung von stationärem und ambulantem Bereich reduzieren.
  • Reform der medizinischen Vergütung
    • Ärzte sollen für Beratung besser bezahlt werden, statt nur für apparative Diagnostik.
    • Weniger Bürokratie durch ein System, das fehlerhafte Abrechnungen von vornherein verhindert.
  • Strengere Regeln für die Pharmaindustrie
    • Extrem hohe Gewinnmargen bei Medikamenten senken – besonders bei Originalpräparaten.
    • Produktion von Generika in Europa fördern, um Lieferengpässe zu verhindern.
  • Langfristige Finanzierbarkeit sichern
    • Faire Medikamentenpreise statt Luxusaufschläge für lebenswichtige Therapien.
    • Keine Gesundheitsversorgung nach Kontostand – Hochpreismedikamente müssen für alle bezahlbar bleiben.

Sehen Sie den Unterschied? 

Der eine will ausschließlich die Versicherten und Leistungserbringer zur Kasse bitten. Der andere fordert einen ausgewogenen Weg, der die Gesundheitsversorgung bezahlbar hält und gleichzeitig eine gerechtere Kostenverteilung schafft.

Was beide verschweigen: 

Die Beiträge werden ja nicht nur für Leistungen aufgewendet. Auch die Kassenbosse profitieren davon. Während Millionen gesetzlich Versicherte höhere Beiträge zahlen müssen, sind die Gehälter und Boni der Krankenkassen-Chefs 2024 teils erheblich gestiegen. 

Drei Beispiele:

  • BKK Pfalz: Zusatzbeitrag auf 3,9 % erhöht – der Vorstandschef erhielt mit Gehaltserhöhung auf 183.040 Euro und Bonus 10.800 Euro mehr.  
  • Bahn BKK: Zusatzbeitrag auf 3,4 % erhöht – der Vorstand steigert sein Gehalt auf 185.000 Euro und erhält einen Bonus von 42.625 Euro.
  • AOK Niedersachsen: Zusatzbeitrag auf 2,7 % erhöht – der Vorstand bekommt fast 20.000 Euro mehr Gehalt. 

Immerhin: Ganz so krasse Sprünge wie 2023 waren es nicht – da wurden schon mal knapp 100.000 Euro mehr Gehalt und Bonuszahlungen von bis zu 73.000 Euro gezahlt. Dennoch kommt das Muster nicht gut an: Während Versicherte tiefer in die Tasche greifen müssen, profitieren die Kassenbosse von steigenden Bezügen.

Sofortbremse? Sparkurs? Dann bitte auch für alle!

TCLOGische Zahl(en) des Monats


Mehr als 590 Millionen Artikel hat Amazon letztes Jahr am selben oder am Tag nach der Bestellung an seine Prime-Mitglieder geliefert. So schnell ging es noch nie: Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 15 Prozent. 

Natürlich hat Amazon auch genau hingeschaut, was dabei am häufigsten bestellt wird. Zumeist sind das Artikel des täglichen Bedarfs. Zu den meistverkauften Produkten gehörten Katzenstreu, Druckerpatronen und Kosmetiktücher. 

Gut, Katzenstreu in großen Beuteln wiegt schwer, Druckerpatronen sind nicht immer um die Ecke erhältlich, aber Kosmetiktücher??

TCLOG weiß: So wird die Künstliche Intelligenz unsere Arbeit in der Praxis verändern


Auch auf die Gefahr hin, dass Sie die beiden Buchstaben KI nicht mehr lesen mögen: Hier sollten Sie es tun. Denn es steht außer Frage, dass die Technologie auch im Gesundheitswesen eine dauerhafte Rolle einnehmen wird. Der Trendreport des Bundesverbandes Gesundheits-IT (bvitg) geht sogar noch einen Schritt weiter: Bislang seien in der Gesundheitsbranche klare Gesetze, Finanzierungsmechanismen und politische Unterstützung nötig gewesen, damit technologische Fortschritte nicht nur Insellösungen blieben und den Weg in die breite Versorgung fanden. KI habe nun erstmals das Potenzial, das System nicht nur zu verbessern, sondern es grundlegend zu verändern. 

Der Report führt drei Anwendungsbereiche aus: „Automatisierte Dokumentation durch KI“, „Patientenkommunikation mit virtuellen Assistenten“ und „Intelligente Optimierung durch Automatisierung“. Alle drei setzen sich in Deutschland immer mehr durch, weil sie Abläufe effizienter machen, Fehlerquellen eliminieren und ganz nebenbei die Folgen des Fachkräftemangels ausbügeln.

Möglicherweise klingen sie für Sie aber dennoch sehr abstrakt. Deshalb haben wir drei andere Beispiele für Sie, die den praktischen Nutzen mal auf andere Weise zeigen: 

Bäckereikette Junge

Eine selbstlernende KI-Software entscheidet anhand von Wetter, Wochentag und Events, welche Brötchen in den Hamburger Filialen angeboten werden – damit genau das verkauft wird, was gefragt ist. Wenn der HSV im Volksparkstadion spielt, HSV im Volksparkstadion spielt, laufen Laugenbrötchen nämlich besser als Körnerbrötchen. 

Globetrotter

Der Outdoor-Ausrüster setzt KI ein, um den Einkauf zu optimieren. Mithilfe von 50 Millionen Datensätzen soll die Software vorhersagen, welche Regenjacke Kund:innen an einem bestimmten Tag in einer bestimmten Filiale suchen werden. Und zwar nicht nur, welches Modell, sondern auch welche Größe und Farbe. So sind die Bestände gerüstet. 

Otto Versand

Hier hilft KI, Mode besser auffindbar zu machen. Wer im Internet etwa nach „Kleidern für Frauen ab 50 mit Bauch“ sucht, soll noch schneller auf die passenden Angebote stoßen, statt sich durch irrelevante Treffer zu klicken. Otto rechnet mit einem zweistelligen Millionengewinn in den nächsten Jahren – zusätzlich und nur aus KI-Anwendungen.

Klingt interessant, oder? 

Dann haben wir auch gleich den nächsten konkreten Anwendungsfall, der möglicherweise für Ihren Geschäftsbereich nützlich ist. Mit „smart documentation“ will Ottobock jetzt nämlich Sanitätsfachhändlern undorthopädietechnischen Betriebe die Last der Dokumentationspflichten erleichtern.  

Die KI hilft bei der Erstellung von Versorgungsdokumentationen, visualisiert die Vorteile von Hilfsmitteln und unterstützt bei Erstattungsanträgen.Mithilfe von Templates können Fachkräfte Dokumentationen schneller erstellen, indem sie vorhandene Template mit den relevanten Patientendaten befüllen. Behandlungsfortschritte und Hilfsmittelvorteile werden dank einer KI-gestützter Bewegungsanalyse sichtbar gemacht und können automatisch in die Dokumentation integriert werden. 

Zudem generiert ein Large-Language-Model Argumentationsvorschläge für die Erstattung. Die Gefahr von Fehlern im Hilfsmittelantrag und somit die Ablehnung seitens der Krankenkassen werden so vermieden. Die cloudbasierte Lösung basiert auf Daten aus Ottobocks Patient Care Betrieben und Antragsservice und ist bereits für erste Produkte optimiert.

Kein Interesse an der Künstlichen Intelligenz? Vielleicht haben wir es damit geweckt!


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