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Newsletter: November 2025

Sehr geehrte Damen und Herren,

längst haben Zimtsterne und Schokoweihnachtsmänner ihre Regale in den Supermärkten bezogen. In einigen Straßenzügen wird sogar schon die Festbeleuchtung installiert. Langsam, aber sicher befinden wir uns auf der Zielgeraden für die Advents- und Weihnachtszeit.

Doch was ist eigentlich mit den Menschen, die den Festtagen weniger freudig entgegenblicken? Insbesondere mit den Kindern, die von ihren Angehörigen keine Geschenke zu erwarten haben?

Für sie wurden Ideen wie „Weihnachten im Schuhkarton“ geschaffen. Die Initiative der Barmherzigen Samariter ist Teil der weltweit größten Geschenkaktion „Operation Christmas Child“. Seit dem Start im Jahr 1993 haben die Päckchen bereits mehr als 232 Millionen Kinder in über 150 Ländern erreicht. Auch wir von TCLOG nehmen seit Jahren daran teil.

Das Mitmachen ist einfach: Sie verpacken Geschenke und eine Grußkarte in einen hübsch dekorierten Schuhkarton. Das können Spielzeuge sein, Schulsachen oder auch Kleidungsstücke. Nur bitte keine Lebensmittel, gebrauchte Waren und angsteinflößende oder gefährlichen Dinge. Anschließend verschließen Sie den Karton mit einem Gummiband und bringen ihn zu einer Abgabestelle.

Die diesjährige Abgabewoche findet vom 10. bis 17. November statt – also ab kommenden Montag. Danach werden die Geschenke weltweit versandt. Wenn Sie sich ebenfalls an dieser schönen Aktion beteiligen wollen, finden Sie hier weitere Informationen und eine Abgabestation in Ihrer Nähe.

Nun zu den Themen unseres November-Newsletters. 

Am Donnerstag hat der Bundestag beschlossen, die Frist zum Anschluss der Heil- und Hilfsmittelerbringer an die Telematikstruktur zu verschieben. Dazu gab es im Vorfeld der Entscheidung bereits kontroverse Diskussionen in der Branche. Einige davon haben wir für Sie zusammengefasst. 

Außerdem geht es mal wieder um das Thema Bürokratie. Dieses Mal allerdings nicht aus Sicht der Unternehmen. Nein, auch die Bürger klagen darüber, wie der neue Ipsos Health Service Report verrät.

Wenn Ihr Unternehmen mehr als 1.000 Mitarbeitende hat, können Sie in Sachen Bürokratie hingegen mal aufatmen. Es gibt eine maßgebliche Änderung beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (schon der Name treibt einem die Schweißperlen auf die Stirn!). Die Standards im Bereich der Menschenrechte bleiben bestehen, doch die leidige Berichtspflicht entfällt

Laut Gesetzentwurf soll diese Entscheidung

der deutschen Wirtschaft eine finanzielle Entlastung in Höhe von 4,1 Millionen Euro bringen. Das ist doch mal eine Ansage!

Herzliche Grüße

Ihr TCLOGistiker
Peter Bergfeld

TCLOG informiert: Vertrauen ins deutsche Gesundheitssystem schwindet – Bürokratie als Stressfaktor Nummer 1

Der aktuelle Ipsos Health Service Report 2025 zeichnet ein trauriges Bild: Das Vertrauen der Deutschen in ihr Gesundheitssystem ist deutlich gesunken. Nur noch 42 % bewerten die Qualität der Gesundheitsversorgung als „gut“ – ein Rückgang um 14 Prozentpunkte gegenüber 2018.


Rund 43 % glauben, dass ihnen die bestmögliche Behandlung zusteht. Und nur etwa 26 % sind überzeugt, dass alle Versicherten denselben Behandlungsstandard erhalten.

Woran liegt’s? Bürokratie, Personal, Wartezeiten

In der öffentlichen Wahrnehmung wird Bürokratie besonders kritisch gesehen:

  • 41 % der Befragten nennen übermäßige Bürokratie als eine der größten Herausforderungen – kein anderes Land stuft diesen Faktor im Gesundheitswesen so häufig als Problem ein.
  • 62 % sehen Fachkräftemangel als größtes Problem.
  • 48 % kritisieren zu lange Wartezeiten.
  • 75 % sagen, es dauere zu lange, einen Termin zu bekommen.

Diese Faktoren greifen ineinander: Fachkräftemangel überlastet Einrichtungen, die Wartezeiten steigen. Um Abläufe zu regeln, greift man zu mehr Bürokratie. Das belastet Patienten und Personal gleichermaßen.

Impfskepsis steigt – und Pessimismus wächst

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Zustimmung zur Impfpflicht bei schweren Infektionskrankheiten ist gesunken, von rund 62 % im Jahr 2018 auf heute 49 %. Besonders deutlich: Bei den 50- bis 74-Jährigen ging die Zustimmung um 15 Punkte zurück.

Blicken wir  in die Zukunft, herrscht ernüchterndes Stimmungsbild: Nur 7 % der Deutschen glauben, dass sich das Gesundheitssystem in den nächsten Jahren positiv entwickeln wird.

Psychische Gesundheit & Stress: Der unterschätzte Druck

Auch psychische Belastungen stehen im Fokus:

  • 48 % nennen mentale Gesundheit als größtes gesundheitliches Problem Deutschlands.
  • 52 % fühlten sich in den letzten zwölf Monaten so stark gestresst, dass sie ihr Alltagsleben kaum bewältigen konnten.
  • 35 % gaben an, sie hätten wegen Stress schon einmal nicht zur Arbeit gehen können

Die Ergebnisse verdeutlichen: Neben medizinischer Versorgung geraten auch soziale Faktoren und psychische Belastungen zunehmend ins Blickfeld. Das Gute: Teilweise können wir selbst etwas daran ändern, als Menschen und als Arbeitgeber.

TCLOGische Zahl(en) des Monats

600.000 Stellen plant Amazon bis 2033zu streichen und durch automatisierte Systeme zu ersetzen. Laut interner Dokumente sollen künftig 75 Prozent der Betriebsabläufe von Maschinen übernommen werden. Nach außen vermeidet das Unternehmen Begriffe wie Automatisierung oder Jobabbau – stattdessen ist von fortschrittlicher Technologie und Cobots die Rede.

Die Kritik an den Arbeitsbedingungen in Amazons Logistikzentren hält seit Jahren an, doch die öffentliche Debatte konzentriert sich vor allem auf den drohenden Jobverlust. Dabei zeigt sich: Marken, die Automatisierung vorantreiben, bewegen sich kommunikativ auf dünnem Eis. Wer Wandel glaubwürdig gestalten will, darf nicht nur Effizienz anstreben, sondern muss auch Weiterbildung und neue Beschäftigungsperspektiven mitdenken.

TCLOG weiß: Fristverlängerung oder Fortschrittsbremse? Die TI-Verschiebung für Hilfsmittelerbringer und ihre Auswirkungen

Seit Donnerstag steht fest:

Die Bundesregierung verschiebt die Pflicht zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur (TI) auf den 1. Oktober 2027. Ursprünglich war der 1. Januar 2026 vorgesehen. Die Anbindung ist Voraussetzung für die elektronische Verordnung von Hilfs- und Heilmitteln.

Die Entscheidung sorgt für Irritation. Schon heute sind Sanitätshäuser gegenüber Apotheken im Nachteil, wo das E-Rezept längst läuft. Nun soll es noch länger dauern, bis die Digitalisierung auch bei der Verordnung von Hilfe- und Heilmitteln ankommt?

Brisant ist vor allem der Zeitplan. Ab 1. Juli 2027 sollen Arztpraxen Hilfsmittel nur noch elektronisch verordnen. Doch die Hilfsmittelerbringer wären erst drei Monate später technisch in der Lage, diese eVerordnungen digital zu verarbeiten. Das Branchenmedium GesundheitsProfi bringt es mit einer gekonnten Analogie auf den Punkt:

Man stelle sich vor, man müsse ab dem 1. Juli 2027 mit seinen Eltern nur noch per E-Mail kommunizieren. Aber die Eltern erhalten ihr E-Mail-Postfach erst drei Monate später. Sinn? Fehlanzeige.

Die Reaktionen sind gespalten


Während Verbände der Heilmittelerbringer die zusätzliche Zeit als Atempause zur Vorbereitung begrüßen, sehen insbesondere die Hilfsmittelerbringer darin eine gefährliche Bremse für die Digitalisierung. Immerhin testen Versicherte der

AOK Bayern, Barmer, BIG direkt gesund, DAK-Gesundheit, IKK classic, Techniker Krankenkasse und der Hanseatischen Krankenkasse bereits seit einem Jahr den Bezug von Hilfsmittel über elektronische Verordnungen

Kritik aus der Branche: Fortschritt wird ausgebremst

So beispielsweise der Verband Versorgungsqualität Homecare (VVHC). Er warnt, die Fristverlängerung verfestige den Digitalisierungsrückstand in der ambulanten Versorgung. Laut VVHC drohe eine „technische Übergangslücke“: In den drei Zwischenmonaten könnten Verordnungen digital ausgestellt, aber noch analog bearbeitet werden. In dem Fall droht ein organisatorisches Chaos mit massiven Folgen.

Der Verband betont: Apotheken und Arztpraxen sind bereits in die TI eingebunden. Doch Hilfsmittelversorger werden weiter ausgespart, und das belastet Patienten, Leistungserbringer und Krankenkassen. Die Einführung von eRezepten in der Hilfsmittelversorgung, aber noch keine Möglichkeit zur digitalen Verarbeitung, sei nicht hinnehmbar.

WvD warnt vor Systembruch

Auch Wir versorgen Deutschland (WvD) sprach sich noch vor Beschlussfassung deutlich gegen die Verschiebung aus. In einer öffentlichen Stellungnahme kritisieren Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer, dass Sanitätshäuser und Homecare-Dienstleister erneut außen vor gelassen würden. „Ein Systembruch mit Ansage darf es nicht geben“, heißt es bei WvD.


Auch sie sorgen sich darum: Für drei Monate existiert eine Parallelwelt, in der eVerordnungen zwar verpflichtend sind, aber digital nicht verarbeitet werden können.
Gleichzeitig fordern sie, dass Rückfragen zu Verordnungen nicht länger per Fax oder Telefon geklärt werden müssen, sondern über sichere TI-Kanäle wie KIM oder TIM – Technologien, die Apotheken und Pflegeeinrichtungen bereits nutzen.

WvD appellierte an den Bundestag, dem Änderungsantrag nicht zuzustimmen. Die Branche stehe bereit, digital mitzuarbeiten – aber nicht im Schneckentempo. Doch der Appell blieb ungehört. 

Heilmittelverbände sehen Thematik etwas entspannter

Interessant ist der Blick auf andere Branchen. Der Verband für Physiotherapie (VPT) e.V. warnt, eine weitere Verzögerung würde die ohnehin schleppende Digitalisierung „um Jahre zurückwerfen“. Wer es mit der Digitalisierung ernst meine, dürfe sie nicht ständig vertagen. Viele Praxen hätten investiert, geschult und vorbereitet. Sie dafür nun erneut warten zu lassen, sei nicht nur unfair, sondern auch wirtschaftlich und organisatorisch kontraproduktiv.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e. V. (dbl) indes zeigt Verständnis für die Verlängerung. Er mahnt aber auch: Die zusätzliche Zeit dürfe nicht zu weiterer Trägheit führen. Und Physio Deutschland sieht in der Verschiebung immerhin einen realistischen Schritt – bei 40.000 Praxen sei der ursprüngliche Zeitplan ohnehin kaum zu halten. „Wer sich jetzt schon auf den Weg macht, wird profitieren“, so der stellvertretende Vorsitzende Markus Norys.

Die Diskussion zeigt: Die Stimmung schwankt zwischen Erleichterung und Frustration. Nach den Erfahrungen mit dem E-Rezept sollte es eigentlich genügend Learnings geben, um weitere Verzögerungen zu vermeiden – sowohl bei der Einführung als auch beim TI-Anschluss. Hoffentlich wird die Digitalisierung in diesem wichtigen Bereich nun nicht ausgebremst.


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