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Newsletter: Juli 2025

Sehr geehrte Damen und Herren,

die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen wird immer dramatischer. Daran ändert auch der im Mai ausgezahlte Bundeszuschuss in Höhe von 800 Millionen Euro nichts. Und offenbar auch nicht die 2,3 Milliarden schweren Darlehen, die die Regierung für 2025 und 2026 plant. 

Was für uns nach irrsinnigen Summen klingt, bezeichnet DAK-Chef Andreas Storm als „Strohfeuer“, das weitere Beitragserhöhungen nicht verhindern wird. Seine Forderung: Ein dauerhafter Zuschuss von zehn Milliarden Euro ab 2026. Nur das könne die Beitragsspirale stoppen.

Bitte gestatten Sie mir eine persönliche Wertung. Ich bin gewiss weder Krankenkassenexperte noch Politiker. Doch ich bin Diplomkaufmann, Unternehmer und Steuerzahler. Und aus dieser Perspektive heraus fällt es mir schwer, Ansätze wie dauerhafte Darlehen oder Subventionen in diesem Fall nachzuvollziehen. Steuergelder einzusetzen, um Beitragserhöhungen zu vermeiden, erscheint mir nach dem Prinzip „rechte Tasche, linke Tasche“.

Wie sagt man in der IT so schön: „Never touch a running system“. Das betrifft aber gut laufende Systeme. Wenn’s aber nicht gut läuft, gilt es, die Ursachen zu beheben, statt immer nur die nächste kostspielige Lösung darüber zu installieren.

Richtig gut gelaufen ist es hingegen für die Staatsanwaltschaft Köln. Hier wurde ein gewerbsmäßiger Betrug an der GKV aufgedeckt, bei dem ein Vertriebsunternehmen für Pharma- und Medizinprodukte mittels gefälschter Rezepte bis zu 10 Millionen Euro zu Unrecht über Krankenkassen abgerechnet hat. 

Auch wenn das im Vergleich zum gesamten Defizit der Kassen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist – es bleibt eine irre Summe!

Gesummt – und sogar lauthals gesungen – wird auch bei MCS Medical in Südwestfalen. Der Gesundheitsverbund will mit seinem Song „Orthopädietechnik-Vagabund“ auf die Branche und das Berufsbild aufmerksam machen. Hören Sie mal rein.

Die Maßnahme ist zugleich eine gute Überleitung zu einem Thema, das wir Ihnen bereits im letzten Newsletter angekündigt haben: Wie können Sanitätshäuser – und andere Unternehmen – mehr Sichtbarkeit über Social Media erlangen? Wir haben Ihnen praxisnahe, einfach umzusetzende Tipps zusammengestellt, die ohne viel Aufwand und Budget zum Ziel führen.

Genießen Sie den Sommer!


Herzliche Grüße

Ihr TCLOGistiker
Peter Bergfeld

TCLOG informiert: Uber steigt in den Gesundheitsmarkt ein

Zugegeben, beim Stichwort „Uber“ denken die meisten wohl eher an die nächste Fahrt zur Party als an Gesundheitsversorgung. Doch der Mobilitätsanbieter will nun genau dort ansetzen – mit einem neuen Service namens Uber Health, der seit Juni auch in Deutschland verfügbar ist.

Das Prinzip klingt simpel: Arztpraxen, Pflegeanbieter, Krankenhäuser – und ja, auch Sanitätshäuser – können Fahrten für Patientinnen und Patienten zentral organisieren. Ganz ohne App, Kreditkarte oder Sprachbarrieren. Die Betroffenen werden per Link oder Anruf über die Fahrt informiert, das Ganze lässt sich auf Wunsch bis zu 90 Tage im Voraus planen. Das System ist auf den Gesundheitsbereich zugeschnitten, mehr als 20 Sprachen inklusive.

Wozu das Ganze?


Weniger abgesagte Termine, mehr Versorgungssicherheit und ein bisschen weniger Organisationschaos – das verspricht Uber Health zumindest. Für Kliniken und Pflegeeinrichtungen sicher ein spannender Ansatz. 

Aber auch Sanitätshäuser könnten profitieren, zum Beispiel wenn es darum geht, mobilitätseingeschränkten Kund:innen den Weg zur Beratung zu erleichtern oder Fahrten für Hilfsmittelanpassungen einfacher zu organisieren.

Natürlich ersetzt das Ganze nicht den eigenen Fahrdienst oder persönliche Betreuung. Aber gerade in ländlichen Regionen oder bei kurzfristigem Bedarf kann ein digital buchbarer Fahrservice eine praktische Ergänzung sein – gerade dann, wenn Personal und Ressourcen ohnehin knapp sind.

Wer Versorgung denkt, sollte Mobilität immer mitdenken. Und wenn ein bestehender Dienst dabei helfen kann, den Weg zur Versorgung einfacher zu machen – warum nicht mal ausprobieren? 

TCLOGische Zahl(en) des Monats

12 Millionen Euro könnte laut der Fördergemeinschaft Rehakind jedes Jahr eingespart werden – wenn die Genehmigung von Hilfsmitteln für Kinder mit Behinderung endlich so funktioniert, wie es das Gesetz längst vorschreibt. Die sogenannte Vermutungsregel aus § 33 SGB V soll genau das sicherstellen: Verordnungen aus Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) oder Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) gelten grundsätzlich als notwendig. Eigentlich.

Die Realität sieht laut Rehakind oft anders aus: Viele Krankenkassen fordern weiter unnötige Unterlagen, schicken Anträge zum MD – oder lehnen direkt ab. Das verzögert die Versorgung, belastet die Familien und verschwendet Ressourcen. 

Der Vorwurf der Fördergemeinschaft: Die GKV ignoriert die gesetzlichen Einsparpotenziale. Die Misstrauenskultur müsse ein Ende finden. Denn: Hilfsmittel sollen unbürokratisch beim Kind ankommen – statt Eltern weiter durch zähe Genehmigungsverfahren zu schicken.

TCLOG weiß: Mehr Sichtbarkeit für Sanitätshäuser – einfach und wirkungsvoll auf Social Media kommunizieren


Ist Ihr Unternehmen auf Facebook oder Instagram? Kommunizieren Sie selbst auf LinkedIn? Dann kennen Sie vielleicht das Dilemma: Man macht sich mitunter viel Mühe – und dann gibt es doch nur vier „Likes“. Und die stammen auch noch von den eigenen Mitarbeitenden oder mitfühlenden Familienmitgliedern. Neue Follower? Fehlanzeige.

Die Konsequenz lautet allzu oft: „Social Media taugt nicht für uns.“ Dann wird entweder lustlos auf kleiner Flamme weitergemacht – oder das ganze Unterfangen eingestellt.

Dabei kann sich die Präsenz auf den sozialen Medien wirklich lohnen. Gerade Themen rund um Mobilität, Alltagshilfen oder Reha-Technik bieten viel Potenzial für leicht verständlichen und alltagsnahen Content. 

Entscheidend dabei ist die Herangehensweise. Wenn Sie Ihrer eigenen auf die Sprünge helfen wollen, sollten Sie sich unsere Tipps einmal Schritt für Schritt durchgehen:  


Definieren Sie vorab Ihre Ziele

Das Hauptziel ist mehr Sichtbarkeit, schon klar. Doch bei welcher Zielgruppe? Wollen Sie mit Ihrer bestehenden Kundschaft in Kontakt bleiben oder neue Kund:innen gewinnen? Suchen Sie Fachpersonal oder neue Geschäftspartner? Möchten Sie die Expertise Ihres Teams zeigen? Nur, wenn Sie wissen, wenn Sie ansprechen wollen und was Sie damit erreichen wollen, wird aus Ihrer Social Media-Kommunikation eine runde Sache. 


Wählen Sie die richtige Plattform für Ihre Botschaften

Jeder Social Media-Kanal hat eine eigene Ausrichtung. Dementsprechend unterschiedlich sind die Erwartungen der Menschen, die sie nutzen: 

  • Instagram und Facebook eignen sich besonders gut für Tipps mit Ratgebercharakter, Kundenstimmen oder Veranstaltungshinweisen. 
  • Auf LinkedIn gehören Fachthemen. Hier können beispielsweise komplexe Beiträge wie Hilfsmittelbeantragung oder Pflegegradberatung Platz finden, die auch Fachpersonal und Entscheider:innen erreichen.
  • YouTube hingegen eignet sich für Erklär- und Recruitingvideos. Oder eben Songs, siehe Einleitung 😉 

Wenn Ihnen ein Format nicht liegt – insbesondere Videos kosten neben Überwindung auch Aufwand – lassen Sie es weg. Sie müssen nicht auf allen Hochzeiten tanzen. 

Setzen Sie auf Mehrwert statt auf Werbung

Platte Eigenwerbung wird schneller weggeklickt als man gucken kannTipps zur Nutzung von Hilfsmitteln, Erfahrungsberichte oder einfache Alltagstricks kommen eindeutig besser an als klassische Verkaufsbotschaften. Wie wird ein Rollstuhl individuell angepasst? Wie entstehen Orthesen? Persönliche Einblicke schaffen Vertrauen und machen die Versorgung erlebbar. 

Wichtig ist übrigens auch die Uhrzeit. Wenn Sie Kund:innen erreichen wollen, können Sie auch ruhig abends oder am Wochenende posten. Dafür brauchen Sie Ihre Freizeit auch nicht vor dem Rechner verbringen, denn die Beiträge lassen sich entspannt vorplanen und werden dann automatisch zur Wunschzeit veröffentlicht. 
 

Stellen Sie echte Menschen in den Vordergrund

Auch wenn es thematisch um ein Gerät geht: Verzichten Sie auf zu viele Produktbilder. Zeigen Sie stattdessen Menschen – wie wird das Gerät aufgebaut oder angepasst? Wie sieht eine Beratungssituation aus? Binden Sie Team und Werkstatt in Ihre Außenwirkung ein. Vielleicht können Sie auch treue Kund:innen mit einbinden – etwa mit einem kurzen Video über die erste Fahrt mit dem neuen Elektrorollstuhl oder einem Bericht über den Einsatz eines Therapiegeräts zu Hause. 

Sollten Sie auf sogenanntes Stockmaterial, also Bilder aus einer Fotodatenbank, zurückgreifen, achten Sie auf lebensnahe, glaubhafte Situationen.

Zeigen Sie sich nahbar und persönlich

Humor, Einblicke hinter die Kulissen oder auch mal kleine Pannen sorgen für Authentizität. Sie sind auf einer Messe, veranstalten ein Kundenevent oder machen einen Betriebsausflug? Gibt’s an besonders heißen Tagen eine Erfrischung für Kundschaft oder Mitarbeitende. Prima, dann gewähren Sie Ihren Followern doch Einblicke. Haben Sie eine Meinung zu einem Thema, die für Ihre Leser:innen interessant sein könnte? Auch so etwas vermittelt Präsenz und erzeugt Nähe.


Nutzen Sie Kooperationen 

Arbeiten Sie mit Physiopraxen, Pflegeeinrichtungen oder lokalen Partnern zusammen? Dann berichten Sie darüber und verlinken oder „taggen“ Sie sie. Gemeinsame Inhalte bringen mehr Reichweite, denn durch das „taggen“ läuft der Beitrag auch beim Feed des Partners auf. Konkrete Beispiele: Sie kooperieren mit einer Physiopraxis und zeigen in kurzen Clips, wie Patient:innen mit einfachen Alltagshilfen sicher Treppen steigen oder ihre Mobilität nach einer OP verbessern. Oder Sie vernetzen sich mit Pflegediensten oder Apotheken und begleiten online gemeinsame Aktionen. 

Legen Sie die Rollen fest

Wer hat beim Thema Social Media den Hut auf? Kommunikation liegt ja oft beim Management, wenn es keine eigene Marketingabteilung gibt. Vielleicht gibt es aber auch jemanden im Unternehmen, der Freude an Kreation und Umsetzung hat und die sozialen Medien ohnehin für private oder ehrenamtliche Zwecke nutzt. Fragen Sie ruhig mal herum. Wenn es Ihnen Sorgen bereitet, die Verantwortung dafür abzugeben: Das müssen Sie nicht, die Freigaben können trotzdem über Ihren Tisch laufen. Zumindest am Anfang, bis das gemeinsame Verständnis der Inhalte sitzt. 

Übrigens: Wenn der gewünschte Effekt eintritt und Menschen unter Ihren Beiträgen kommentieren, sollten Sie darauf auch eingehen. Bedanken Sie sich für den Input, beantworten Sie eventuelle Fragen oder bieten Sie da, wo es passt, eine persönliche Kontaktaufnahme an.


Posten Sie geplant und regelmäßig

Kontinuität ist ein wichtiger Faktor bei Social Media. Keine Angst, das bedeutet nicht, dass Sie täglich etwas posten müssen. Aber einmal in der Woche wäre schon gut. Ein fester Redaktionsplan hilft, dran zu bleiben. Auch kleine Beiträge zählen – besser kontinuierlich als gar nicht sichtbar. Unser Tipp: Nach Möglichkeit ein bis zwei Monate im Voraus planen, so geht das Futter nicht überraschend aus. 

Gelungene Kommunikation auf Social Media ist eine Mischung aus guter Planung und mutigem Ausprobieren. Beides muss gar nicht so viel Aufwand mit sich bringen, um Wirkung zu erzeugen – probieren Sie es mal aus!


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