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Newsletter: Juni 2025

Sehr geehrte Damen und Herren,

manchmal ist es gut, dass unser Newsletter nur einmal im Monat erscheint. Hätten wir jede aktuelle Entwicklung der Handelszölle, die in der letzten Ausgabe eines unserer Schwerpunktthemen waren, aktualisieren müssen, wäre uns allen sicherlich schwindelig geworden. Deshalb nur in Kürze: 

Nachdem ein US-Handelsgericht vergangene Woche das Inkrafttreten von Trumps Zöllen blockiert hatte, wähnte die Welt sich in Ruhe. Doch die währte nicht lang. Wenige Stunden später hob eine Berufungsinstanz die Entscheidung auf – vorerst. Das Gericht will den Fall weiter verhandeln und zusätzliche Stellungnahmen einholen.

So lange werden wir damit leben müssen, dass das unkalkulierbare Zoll-Zickzack weiterhin für Auf und Ab in der Weltwirtschaft sorgt. Welche finanziellen Folgen dieses Fiasko hat, behandeln wir in unserer Zahl des Monats.

Wenden wir erfreulicheren Dingen zu. Zum Beispiel aus der Logistik, die auf Synergien setzt, wie zwei aktuelle Ansätze belegen:

  • Im Altmarkkreis Salzwedel läuft derzeit ein Pilotprojekt, in dem Linienbusse nicht nur Menschen, sondern auch Produkte von A nach B bringen. Denn sie fahren ja eh. So sparen sich landwirtschaftliche Betriebe oder lokale Geschäfte die Auslieferung und stellen ihre Ware einfach in einer Kiste in den Bus. Die Kundinnen und Kunden entnehmen sie dann an der ihnen am nächsten gelegen Haltestelle. Clever!
  • Auf das Konzept der bestehenden Transportkapazitäten setzt jetzt auch Uber mit seinem Same-Day-Lieferservice „Uber Courier“ – nur statt im ländlichen Raum in Metropolen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder Köln. Privatpersonen und kleine, ortsansässige Geschäfte können ihre bestellten Waren über das Netzwerk an Fahrern ausliefern lassen. Gebucht wird einfach über die Uber-App. Je nach Größe der Sendung und Distanz erfolgt die Zustellung per Auto oder Fahrrad.

Es gibt also kreative Lichtblicke in dieser doch recht angespannten Zeit! Einen weiteren stellen wir Ihnen weiter unten in diesem Newsletter vor: Die Homecare-Botschafter.

Außerdem geht es um eine Frau, bei der derzeit ganz genau hingeschaut wird: Unsere neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. „Sie wird sich unbeliebt machen“ munkelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung – wen wundert es, bei dem schwierigen Erbe, das sie antritt? Wir sind für positives Denken. Vielleicht wird genau sie unsere Hoffnungsträgerin?

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre und einen schönen Juni!
 
Herzliche Grüße

Ihr TCLOGistiker
Peter Bergfeld

TCLOG informiert: Wie Homecare-Botschafter dem Gesundheitswesen mehr Sichtbarkeit verschaffen


Homecare ist systemrelevant, doch die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen findet allzu oft im Stillen statt. Ein Zustand, den Christina Ries von IT-Labs mit ihrer Initiative „Homecare-Botschafter“ ändern will. Als „geheime Spezialeinheit im Gesundheitswesen“ soll die Sichtbarkeit von Homecare im öffentlichen Leben erhöht werden – vor allem über Social Media und über den Aspekt der Gemeinsamkeit. 

Die Idee kam Christina Ries spontan. Auf ihrer Website berichtet sie vom Homecare-Branchentalk im Februar 2025. Sie stand mit Norbert Bertram (VVHC) auf der Bühne, der sagte „Wenn jeder von uns mit 2–3 Politikern auf Landesebene spricht, haben wir schon viel erreicht.“

Ein Satz, der für sie zur Initialzündung wurde. Sie sagte sich: „Stimmt. Es braucht gar nicht so viel – aber es braucht Menschen, die anfangen. Ich hatte das Glück, dass wir bei IT-Labs sofort gesagt haben: Das unterstützen wir.“ 

Und so entstanden die „Homecare-Botschafter“ – eine wachsende Bewegung, die einer oft übersehenen Branche eine Stimme geben. Ihr Wunsch: Mehr Aufmerksamkeit von den richtigen Stellen. Mehr Wertschätzung für Versorgung. Mehr Bewegung für eine starke Branche.

Ries selbst geht aktiv voran. Sie teilt Gedanken, spricht mit Menschen, vernetzt Akteure. Und das mit Erfolg: Schon bei ihrem Auftakt-Event im Mai 2025 waren über 70 Interessierte dabei, um erste Ziele und Aktionen zu entwickeln. Im Juni und Juli sollen diverse „Turbo-Termine“ zu den drei Handlungsfeldern „Politik“, „Ärzte, Kliniken,Pflege“ und „Betroffene“ stattfinden. Dabei, das betont Christina Ries, ist sie nicht allein. „Ich bin Teil des Teams bei IT-Labs, das hinter der Bewegung steht. Und ich freue mich über jede neue Stimme, die dazukommt.“

Das muss gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Auf ihrer Website schlägt die Initiatorin diverse passive und aktive Unterstützungsformen vor. Selbst Beiträge auf Social Media zu liken, zu teilen oder zu kommentieren, kann schon etwas bewirken, denn die ganze Aktion lebt vom Mitmachen.

Jetzt mögen Sie denken: Na, so neu ist die Idee nicht. 

Und tatsächlich, schon seit einiger Zeit machen Pflegende ihre Arbeit öffentlich, zeigen Eindrücke aus ihrem täglichen Leben und verdeutlichen dadurch Wert und Inhalt ihrer Tätigkeiten. Dazu gehören beispielsweise die Carefluencer, ins Leben gerufen durch VitalAire, einem der führenden Home-Healthcare-Unternehmen. Auf dem eigenen Blog, aber auch auf Instagram sowie im Podcast können Interessierte hier hinter die Kulissen der Pflege schauen. 

Über die Grenzen seiner Stadt hinaus bekannt geworden ist außerdem der Hamburger Rashid Hamid und sein Profil pflege.smile. Der Tod seiner Patientin Oma Lotti ging im März 2025 bundesweit durch die Presse. 

Dennoch unterscheidet sich die Initiative der Homecare-Botschafter von vorhandenen Ansätzen. Beispielsweise genießt die Aktion durch ihr starkes Netzwerk bereits eine vorhandene Reichweite. Das macht es deutlich einfacher, die gewünschten Effekte in der Öffentlichkeit und in der Politik zu erreichen. 

Gemeinsam sind wir stark – immer eine tolle Herangehensweise! Und ein guter Anlass, auch an der eigenen Außendarstellung zu arbeiten. In der nächsten Ausgabe haben wir einige Tipps für Sie, wie Sanitätshäuser (aber auch andere Unternehmen wie Logistiker) selbst für mehr Sichtbarkeit in den sozialen Medien sorgen können. Spoiler: Ohne austauschbare Werbung, dafür mit menschlicher und beratender Komponente.

TCLOGische Zahl(en) des Monats


Mehr als 34 Milliarden US-Dollar Schaden hat dervon US-Präsident Trump angezettelte Handelskrieg bei Unternehmen bereits verursacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Nachrichtenagentur Reuters, die dafür die Meldungen von 32 Unternehmen aus dem Index S&P 500, drei aus dem europäischen Index Stoxx 600 und 21 aus dem japanischen Index Nikkei 225 ausgewertet hat. Der Betrag setzt sich aus Umsatzeinbußen und gesteigerten Kosten zusammen. 

Ökonomen gehen indes davon aus, dass der Schaden viel höher liegt, da die Analyse ja nur einen Bruchteil der global agierenden Unternehmen einbezieht. Allein Apple rechnet für das laufende Quartal (!) mit zusätzlichen Kosten von 900 Millionen Dollar. Für die Zeit danach wagte das Unternehmen noch keine Prognose – wie auch, die Situation ändert sich ja gefühlt stündlich.

Außerdem noch nicht mit einberechnet: Höhere Inflationserwartungen sowie eine verhaltene Nachfrage von Verbrauchern. Denn die anhaltende Unklarheit verunsichert ja nicht nur Unternehmen und Anleger, sondern auch Privatpersonen.

TCLOG weiß: Vor diesen Herausforderungen steht Bundesgesundheitsministerin Nina Warken


Seit dem 6. Mai ist Nina Warken unsere neue Bundesministerin für Gesundheit. Die Entscheidung, Warken als Nachfolgerin von Karl Lauterbach einzusetzen, kam für viele überraschend. Immerhin bringt die 45-jährige Juristin keine nennenswerte Erfahrung in der Gesundheitspolitik mit. 

Wodurch sie jedoch punkten könnte, sind ihre Managementqualitäten. Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, beispielsweise lobt Warkens Hintergrund als politische Generalistin und ihre umfassende politische Erfahrung, denn: „Gesundheitspolitik ist ein Querschnittsbereich, der vielfältige Schnittstellen zu anderen Politikfeldern aufweist.“

Nun tritt Warken wahrlich ein schweres Erbe an. 

Das BMG gehört zu den herausforderndsten Ministerien und steht vor Reformen von historischer Tragweite. Dazu gehören der Umbau der Krankenhauslandschaft, der Fachkräftemangel in der Pflege sowie die Finanzierung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. 

Warken weiß, wie groß ihre Herausforderungen sind. Und so galt ihre erste Verkündigung, nur eine Woche nach Amtsantritt, der GKV. Um deren Liquiditätsreserven aufzufüllen, floss noch im Mai ein Bundeszuschuss in Höhe von 800 Millionen Euro. Die Lage der GKV sei dramatischer als angenommen, sagte Warken dem Handelsblatt: Sie übernehme ein System in tiefroten Zahlen, einen Notfallpatienten. Um Beitragserhöhungen zum Jahresende zu verhindern, müsse jetzt schnell gehandelt werden – voilà, das ist schon mal erfolgt. 

Am 15. Mai schließlich stellte Warken in ihrer ersten Regierungserklärung ihre Agenda vor. Die Inhalte: Wenig überraschend und stark am Koalitionsvertrag orientiert. Aber was soll man in der Kürze der Zeit auch erwarten? Die Hilfsmittelversorgung fand in der Ansprache übrigens noch keine hinreichende Erwähnung. Aber wir sind sicher, dass die Branchenbündnisse und -verbände ihre Interessen hier wie gewohnt klar adressieren werden. 

Vielleicht wartet das Ministerium in Sachen Hilfsmittel auch erst einmal ab? Immerhin trat direkt am Tag nach der Regierungserklärung die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossenen Änderungen der Hilfsmittel-Richtlinie (HilfsM-RL) in Kraft. Ihr Ziel: Die Versorgung von Versicherten mit schweren oder komplexen Behinderungen zu vereinfachen und zu beschleunigen. 

Das scheint nicht besonders gut gelungen zu sein, denn von Betroffenenseite gibt es Gegenwind. Der Aktivist Ralph Milewski, der im Rollstuhl sitzt, kritisiert die Änderungen als „Symbolpolitik“. Seiner Meinung nach stellen sie einen Rückschritt dar, da sie etablierte Praxis juristisch einschränken. Die Änderungen als Erleichterung zu verkaufen, sei eine „irreführende Darstellung“. Hm. Da muss man wohl noch mal dran feilen.

Es gibt viel zu tun. Doch wir sind guter Hoffnung, dass unsere neue Bundesministerin für Gesundheit die Dinge anpackt!


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Portrait: Inga Sommer Fotografie
Text 1: © IT-Labs GmbH
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Text 3: © Tobias Koch/Bundesregierung