Verpackt wird immer. Und tatsächlich auch immer mehr. Steigender Konsum bedeutet auch immer einen wachsenden Bedarf an Verpackungen. In Deutschland belief sich der Verpackungsmehrwand 2020 im Vergleich zu 1991 auf 1,7 Millionen Tonnen. Das ist ein Plus von 22,2 Prozent. Der Trend setzt sich fort: Bis 2027 soll das weltweite Versandvolumen auf 256 Milliarden Pakete steigen. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 8,5 Prozent.
Die gute Nachricht: Aufgrund des wachsenden Bedarfs und der schwindenden Ressourcen lassen sich die Verpackungshersteller jede Menge Innovationen einfallen, um ihr Material zu optimieren. Das Potenzial ist riesig, doch:
„Es ist ein bisschen wie bei Hase und Igel. Die Branche hat die Verpackungen in den letzten 30 Jahren kontinuierlich immer leichter und schlanker gemacht. Aber jeder Fortschritt wird vom wachsenden Konsum gleich wieder aufgefressen“, heißt es in einer Pressemeldung des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi).
„Kreislaufwirtschaft“ heißt das Zauberwort in diesem Zusammenhang. Je mehr Verpackungsmaterial recycelt, wiederverwendet oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden kann, desto besser.
Heute möchten wir Ihnen drei Lösungen vorstellen, die diese Herausforderungen hervorragend meistern.
Aufreißstreifen ohne Plastik
Versandkartons und -taschen werden häufig mit Aufreißstreifen verschlossen. Das Klebeband dafür besteht in der Regel aus Kunststoff und muss getrennt vom Altpapier entsorgt werden. Tesa hat einen Aufreißstreifen entwickelt, der auf Papier basiert. Die Klebmasse des tesa® 51344 kommt ohne Lösungsmittel aus, ist aber dennoch so widerstandsfähig, dass sie auch auf Kartons und Wellpappe mit hohem Recyclinganteil haftet. Das für den Träger verwendete Papier stammt aus kontrollierten Quellen.
In Tests überzeugte das Produkt durch seine hohe Klebkraft und ein zuverlässiges Öffnungsverhalten. Dabei kann es unkompliziert mit dem Altpapier entsorgt und recycelt werden.
Mehr Informationen zu dem tesa-Klebeband finden Sie hier.
Luftpolsterfolie aus Papier
Luftpolsterfolie bietet zuverlässigen Schutz beim Versand von empfindlichen Waren. Nur leider bestehen gängige Produkte zu 100 Prozent aus Plastik. Der französische Verpackungshersteller RAJA hat nun Versandtaschen und geprägte Umschläge entwickelt, deren Luftpolster komplett aus Papier bestehen. Damit bekommen klassische Luftpolstertaschen sowie Luftpolsterbeutel aus Kunststoff nun nachhaltige Konkurrenz.
Und das ist nicht die einzige Innovation von RAJA: Darüber hinaus hat der Packingexperte auch eine Hand-Stretchpapier aus PEFC-zertifiziertem Naturkraftpapier auf den Markt gebracht. Das leicht gekreppte Papier ist dehnbar und bis zu 30 Prozent elastisch, so dass es sich gut um die Ladung legt. Die Innenseite ist außerdem mit einer dünnen Klebeschicht versehen und haftet somit an der zu verpackenden Ware.
Das Papier ersetzt die herkömmliche Stretchfolie und ist für die Verpackung von Standardpaletten mit einem Gewicht von bis zu 200 kg ausgelegt.
Für beide Produkte wurde RAJA mit dem WorldStar Packaging Award 2023 ausgezeichnet, der im Mai auf der Interpack-Messe in Düsseldorf verliehen wird.
Hier geht es zum Produktsortiment von RAJA.
Holzfreie Modul-Verpackungen für schwere Gegenstände
Schwere Versandgüter wie Rollstühle stellen besondere Anforderungen an ihre Verpackung. Um sie ausreichend zu schützen, wird in der Regel auf jede Menge Luftpolsterfolie oder auch Holz zurückgegriffen. Erstere ist nicht sonderlich umweltfreundlich, letzteres knapp, teuer und schwer. Die MC-Box von Rondo aus dem Hause Ganahl stellt eine interessante Alternative dar:
Die Modul-Box besteht aus Wänden aus Wellpappe, die mit Metall- oder Kunststoffelementen zusammengesteckt werden. Der Unterbau besteht aus ESB-Platten mit Kufen oder Paletten aus Wellpappe.
Das System ist um ca. 40 Prozent leichter als Holzkisten. Das verringert die Transportkosten und erleichtert das Handling: Der Auf- und Abbau kann von einer Person durchgeführt werden; die Verletzungsgefahr durch Nagel- und Beschlagarbeiten wird deutlich verringert. Die Box kann mehrfach verwendet werden. Wenn doch mal eines der Seitenteile beschädigt wird, kann es einfach ersetzt werden. Die Entsorgung erfolgt im Altpapier – ist ja nur Wellpappe. Zudem hat die MC-Box einen Werbeeffekt: Die Papp-Elemente können bedruckt werden.
Derzeit gibt es zwei Modelle: MC 2×2 für eine Belastung mit bis zu 2 Tonnen sowie MC 3×3, die auf 3 Tonnen ausgelegt ist. Die Maße reichen bis zu 2200 mm x 6000 mm und sind damit ausreichend groß und stabil für elektrische Rollstühle, E-Scooter oder Pflegebetten.
Erfahren Sie mehr über die modulare MC-Box.
Konsumdebatte hin oder her – im Hilfsmittelbereich kommen wir am Versand nicht vorbei und haben es zudem mit anspruchsvollen Versandgütern zu tun. Toll, wenn auch für diese umweltfreundliche Alternativen entwickelt werden!
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